
Article about
AMYET eBikes
AMYET E-Bikes: Test, Erfahrungen & Analyse (2025)

Transparenz: Dieser Artikel kann Affiliate-Links enthalten. Wenn Sie über diese Links einen Kauf tätigen, erhalten wir möglicherweise eine Provision ohne zusätzliche Kosten für Sie. Unsere Empfehlungen basieren auf echter Analyse und werden nicht durch Partnerschaften beeinflusst.
Suchst du ein E-Bike im Super73-Look, ohne gleich 3000 € auszugeben? Wahrscheinlich hast du die Werbung für AMYET schon in den sozialen Medien gesehen. Diese Bikes versprechen brachiale Leistung, aggressiven Motorrad-Style und eine enorme Reichweite für einen Bruchteil des Preises der großen Marken. Aber ist das zu schön, um wahr zu sein? Zwischen den aufgeblasenen technischen Daten und der Realität auf der Straße liegen oft Welten.
In dieser detaillierten Analyse nehme ich das AMYET-Angebot (insbesondere die Modelle S8 und G60) unter die Lupe, um dir zu sagen, ob es ein Schnäppchen oder eine Problemquelle ist.
Das schnelle Urteil
Keine Zeit, alles zu lesen? Hier ist das Wichtigste, bevor du deine Karte zückst:
- Unschlagbares Preis-Leistungs-Verhältnis: Für unter 1000-1500 € bekommst du Konfigurationen mit Doppelmotor (beim S8) und riesigen Akkus (20Ah+). Das ist bei europäischen Premium-Marken kaum zu finden.
- Gelungener "Moped"-Look: Wenn du den kalifornischen Stil willst (fette Reifen, lange Sitzbank, Motorradscheinwerfer), ist das Design genau richtig. Ein echter Blickfang.
- Achtung bei Gewicht und Legalität: Diese Bikes sind schwer (oft 35-45 kg) und ihre Leistung überschreitet bei weitem die in Deutschland zulässige 250W-Grenze für Pedelecs. Ohne Betriebserlaubnis und Versicherungskennzeichen darfst du damit nicht auf öffentlichen Straßen fahren. Nutzung auf eigene Gefahr.
Technische und funktionale Analyse
AMYET baut keine Fahrräder für Radsport-Puristen, sondern für diejenigen, die ein spaßiges, schnelles Gefährt wollen, das alles plattwalzt. Schauen wir uns an, was unter der Haube steckt.
Motorisierung und rohe Kraft
Das ist das Herzstück des AMYET-Angebots. Wo ein klassisches City-Pedelec bei 250W abriegelt, protzen die Flaggschiffe wie das S8 oder das G60 oft mit Motoren von 750W bis 1000W Nennleistung, mit Spitzenwerten bis zu 2000W bei den Versionen mit Doppelmotor (AWD).
- Das Dual-Motor-System (S8): Das Modell S8 bietet oft zwei Motoren (einen in jedem Rad). Konkret bedeutet das Allradantrieb. Auf Asphalt ermöglicht das Raketenstarts. Im Gelände oder Sand ist es extrem effektiv, da das Vorderrad zieht, während das Hinterrad schiebt.
- Drehmoment (Torque): Mit Werten, die oft 80-90 Nm überschreiten, klettern diese Bikes steile Anstiege hoch, ohne dass du stark in die Pedale treten musst. Es fühlt sich eher wie ein kleines Elektromotorrad an als wie ein klassisches E-Bike.
Akku und reale Reichweite
AMYET setzt auf Überbietung mit Kapazitäten von 48V 20Ah oder 25Ah.
- Das Versprechen: 60 bis 120 km Reichweite.
- Die Realität: Wenn du nur das Daumengas (Scooter-Modus) bei voller Geschwindigkeit nutzt, rechne eher mit 35 bis 50 km. Wenn du wirklich trittst (Unterstützungsstufe 1 oder 2), kannst du 70-80 km erreichen.
- Doppel-Akku: Manche Setups erlauben das Hinzufügen eines zweiten Akkus, was deinen Aktionsradius buchstäblich verdoppelt. Ideal für Lieferfahrer oder lange Pendelstrecken.
Fahrwerk: Fat Tires und Komfort
Diese Fahrräder sind sogenannte "Fat Bikes". Sie sind mit Reifen in der Größe 20 Zoll mal 4 Zoll Breite ausgestattet.
- Natürliche Dämpfung: Das Luftvolumen in diesen Reifen absorbiert einen Großteil der Vibrationen. Du kannst über Kopfsteinpflaster, Schlaglöcher oder Waldwege fahren und genießt überraschenden Komfort.
- Federung: Die meisten Modelle (G60, S8) sind "Full-Suspension" (Federgabel vorne + Dämpfer hinten). Um ehrlich zu sein: Das sind Einsteiger-Federelemente. Sie erledigen ihren Job für den Stadtkomfort, aber erwarte nicht die Präzision einer Fox- oder RockShox-Gabel bei einer technischen Downhill-Abfahrt.
Bremsen
Bei 40 kg schweren Maschinen, die mit 45 km/h (auf Privatgelände) unterwegs sind, ist das Bremsen kritisch.
- Hydraulische Bremsen: Glücklicherweise sind die Top-Modelle (S8) mit hydraulischen Scheibenbremsen ausgestattet. Das ist unverzichtbar. Kaufe niemals ein Fat Bike dieser Leistungsklasse mit mechanischen Seilzugbremsen, du wärst nur am Nachstellen.
Die Stärken
Hier ist der Grund, warum sich diese Bikes wie geschnitten Brot verkaufen:
1. Ein Style, der knallt
Machen wir uns nichts vor, man kauft ein AMYET in erster Linie wegen der Optik. Der Rohrrahmen, die lange "Bananen"-Sitzbank, der große Scheinwerfer mit Gitter... Das Design ist an Super73 oder Vintage-Motorräder angelehnt. In der Stadt ist es ein Statussymbol, das nicht unbemerkt bleibt. Das oft angebotene mattschwarze Finish verleiht einen sehr beliebten "taktischen" Look.
2. Aggressives Preis-Leistungs-Verhältnis
Wenn du dir selbst ein Fahrrad mit zwei 1000W-Motoren, einem 25Ah-Akku und einem gefederten Rahmen zusammenbauen müsstest, würden die Einzelteile mehr kosten als das komplette Bike bei AMYET. Für ein knappes Budget (oft um die 1000-1400 € mit Angeboten) bekommst du eine Maschine, die leistungsmäßig mit Bikes für 3000 € mithalten kann.
3. Geländetauglichkeit
Dank der breiten Reifen und der Leistung bist du nicht auf Asphalt beschränkt. Sand, leichter Schnee, Schlamm, Schotterwege... Das Bike kommt überall durch. Eine exzellente Wahl, wenn du auf dem Land oder am Meer wohnst und ein Spaßfahrzeug fürs Wochenende suchst, mit dem du unter der Woche auch zur Arbeit fahren kannst.
4. Einfache Montage
Die Fahrräder kommen zu 85% vormontiert an. In der Regel musst du nur das Vorderrad, den Lenker, die Pedale und den Scheinwerfer montieren. Werkzeug wird mitgeliefert. Auch wenn du kein Mechaniker bist, ist das Bike in 45 Minuten fahrbereit (denk nur daran, alle Schrauben vor der ersten Fahrt auf festen Sitz zu prüfen).
Die Grenzen und Nachteile
Hier musst du aufmerksam lesen. Niemand bietet 2000W Leistung zum kleinen Preis ohne Kompromisse an. Hier sind die echten Mängel der AMYET-Bikes:
1. Ein elefantöses Gewicht
Das ist der größte Nachteil im Alltag. Ein AMYET S8 kann zwischen 35 und 45 kg wiegen (mit zwei Akkus sogar mehr).
- Konsequenz: Wenn du im 3. Stock ohne Aufzug wohnst, vergiss es sofort. Es ist unmöglich, das täglich hochzutragen.
- Handhabung: Im Stand ist das Rad schwer zu manövrieren. Wenn der Akku leer ist, wird das Treten dieses "Panzers" ohne Unterstützung zur Qual.
2. "Generische" Komponentenqualität
Um den Preis zu drücken, verwendet AMYET chinesische Standardkomponenten (Shimano Tourney Einsteiger-Schaltwerk, No-Name-Federung, manchmal weiche Schrauben).
- Zuverlässigkeit: Das ist kein Material, das 10 Jahre ohne Wartung hält. Du wirst regelmäßig Schrauben nachziehen, die Schaltung einstellen und das Spiel im Lenkkopflager prüfen müssen.
- Elektronik: Die Controller sind leistungsstark, aber manchmal exponiert. Einige Nutzer berichten von Controller-Ausfällen nach intensiver Nutzung bei starkem Regen.
3. Die rechtliche Grauzone (Sehr Wichtig)
In Deutschland und der EU muss ein Pedelec (Fahrrad mit Hilfsmotor) folgende Kriterien erfüllen:
- Maximal 250W Nenndauerleistung.
- Unterstützung schaltet bei 25 km/h ab.
- Kein Gasgriff, der ohne Treten funktioniert (außer Schiebehilfe bis 6 km/h).
Die meisten AMYET-Bikes überschreiten ALLE diese Kriterien (Motoren 750W+, Geschwindigkeit 45 km/h+, Gasgriff vorhanden).
- Konsequenz: Sie gelten rechtlich nicht als Fahrräder, sondern oft als S-Pedelecs oder Kleinkrafträder. Um legal auf öffentlichen Straßen zu fahren, bräuchtest du theoretisch eine Betriebserlaubnis (CoC), ein Versicherungskennzeichen und müsstest einen geeigneten Helm tragen. Da diese Papiere oft fehlen, ist eine legale Zulassung in Deutschland extrem schwierig. Wenn du "offen" auf dem Radweg fährst, riskierst du Anzeigen wegen Fahrens ohne Fahrerlaubnis und Verstoßes gegen das Pflichtversicherungsgesetz. Das ist ein Risiko, dessen man sich bewusst sein muss.
4. Wenig ergonomisches Treten
Das "Motorrad"-Design mit der langen, tiefen Sitzbank ist super für den Style, aber schrecklich zum Treten. Du kannst die Sattelhöhe nicht verstellen, um eine optimale Beinstreckung zu erreichen. Treten auf langen Strecken geht schnell auf die Knie. Diese Bikes sind dafür konzipiert, mit maximaler elektrischer Unterstützung gefahren zu werden, nicht um Sport zu treiben.
Vergleich mit Alternativen
Um AMYET einzuordnen, vergleichen wir es mit zwei Hauptkonkurrenten.
AMYET vs SUPER73
- Super73 ist die Referenz, das iPhone unter den Fat Bikes. Ihre Verarbeitung ist tadellos, die App ist top und die Community riesig. Aber du zahlst für die Marke: Ein vergleichbares Modell kostet 2 bis 3 Mal so viel wie ein AMYET.
- Urteil: Nimm Super73, wenn du das Budget hast und Premium-Qualität sowie einfachen Wiederverkauf willst. Nimm AMYET, wenn du die gleiche (oder bessere) Leistung für ein Drittel des Preises willst und Abstriche beim Finish akzeptierst.
AMYET vs ENGWE (z.B. Engine Pro / M20)
- Engwe ist der direkte Konkurrent. Sie bieten sehr ähnliche Produkte an (wie das M20, das dem G60 ähnelt, oder das Engine Pro, das faltbar ist).
- Unterschied: Engwe hat oft ein etwas etablierteres Vertriebsnetz in Europa mit beständigeren lokalen Lagerbeständen. Die AMYET-Bikes (besonders das S8) neigen dazu, "roher" und leistungsstärker (Doppelmotor) zu sein als die Engwe-Standards.
- Urteil: Oft eine Frage der Verfügbarkeit und der aktuellen Angebote. Wenn du speziell den Doppelmotor suchst, hat AMYET oft die Nase vorn.
Wartung und Haltbarkeit: Was du wissen musst
Da du direkt kaufst (ohne lokalen Fahrradladen), wirst du zum Werkstattchef. Hier sind meine Tipps, damit dein AMYET lange hält:
- Check-up aus dem Karton: Fahr nicht sofort los. Prüfe, ob Räder, Lenker und vor allem die Bremsscheiben fest sitzen. Schrauben können sich während des Transports aus China lockern.
- Bremsen: Die Beläge nutzen sich bei diesen schweren Bikes schnell ab. Kaufe Bremsbeläge auf Vorrat (oft Standardmodelle wie Shimano oder Tektro, leicht zu finden).
- Akku: Um die Zellen zu schonen, vermeide es, den Akku wochenlang bei 0% liegen zu lassen (z.B. im Winter). Lagere ihn bei 50-60% Ladung, wenn du ihn nicht nutzt.
- Speichen: Durch das Drehmoment des Motors im Rad können sich die Speichen lockern. Prüfe ihre Spannung nach den ersten 100 Kilometern.
Preis und Spartipp
Die Preise variieren je nach Modell und Lagerbestand (oft Versand aus Lagern in Polen oder den USA für Europa/Amerika).
- AMYET G60: In der Regel um die 900 € - 1100 €.
- AMYET S8 (Dual Motor): Oft zwischen 1300 € und 1600 €.
Budget-Tipp:
Wenn du dich für eine Bestellung entscheidest, gibt es oft aktive Codes. Aktuell ermöglicht der Code TPDEALS einen Sofortrabatt (meist 25$ oder den entsprechenden Euro-Betrag). Das ist immerhin etwas Geld, das du in ein gutes Schloss oder einen Helm investieren kannst.
Fazit und Endurteil
Gesamtnote: 4.1/5
Das AMYET E-Bike ist ein exzellentes "Spielzeug" für Erwachsene und eine beeindruckende Mobilitätslösung, wenn du weißt, worauf du dich einlässt.
Dieses Bike ist für dich, wenn:
- Du das beste Preis-Leistungs-Verhältnis (in Bezug auf Power) auf dem Markt suchst.
- Du einen "Badass"-Motorrad-Look willst, ohne den Premium-Preis zu zahlen.
- Du steile Anstiege ohne Schwitzen bewältigen musst (danke Drehmoment).
- Du ein Minimum an handwerklichem Geschick für die laufende Wartung mitbringst.
Lass die Finger davon, wenn:
- Du das Fahrrad Treppen hochtragen musst (das Gewicht ist ein K.O.-Kriterium).
- Du strikte legale Konformität willst, um ohne Stress vor der Polizei durch die Innenstadt zu fahren.
- Du ein natürliches Tretgefühl suchst (wie beim Rennrad).
- Du Kundenservice mit einem Laden um die Ecke erwartest.
Am Ende liefert AMYET genau das, was es verspricht: Leistung, Spaß und Style zu einem Preis, der Elektromobilität zugänglich macht. Wenn du die Einschränkungen bei Gewicht und Gesetzgebung akzeptierst, ist es eine extrem faszinierende Maschine.
La Rédaction
Redaktionsteam
Das Redaktionsteam von The Planet Blogs, spezialisiert auf objektive Vergleiche und Kaufratgeber.

